{"id":276,"date":"2017-11-19T13:38:40","date_gmt":"2017-11-19T12:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bdz-berlin.de\/?p=276"},"modified":"2017-11-19T13:46:42","modified_gmt":"2017-11-19T12:46:42","slug":"70-jahre-und-kein-bisschen-leise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2017\/11\/19\/70-jahre-und-kein-bisschen-leise\/","title":{"rendered":"70 Jahre und kein bisschen leise"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\">Eine Laudatio auf das Teg\u2019ler Zupforchester<\/h2>\n<p>Liebes Teg\u2019ler Zupforchester mit ihrem Dirigenten Symeon Ioannidis,<br \/>\nLiebe G\u00e4ste, meine sehr verehrten Damen und Herren!<\/p>\n<p>\u201e70 Jahre und kein bisschen leise\u201c ist das heutige Geburtstagsmotto des Teg\u2018ler Zupforchesters. Und ich f\u00fcge gleich hinzu: kein bisschen leise, aber immer besser, immer klangvoller\u2026<br \/>\nDie Entwicklung und die Geschichte des Orchesters sind wirklich beeindruckend! Wer h\u00e4tte 1947 bei Stromsperre und Kerzenlicht den Mut oder die vision\u00e4re Kraft gehabt, diesen so \u00fcberaus liebenswerten und erfolgreichen Weg vorauszusagen? <!--more-->Der Krieg hat so vieles zerst\u00f6rt, auch die erste 1940 versuchte Gr\u00fcndung des Orchesters, nur drei Mitglieder \u00fcberlebten. 1947 kamen dann aber doch 30 Spielerinnen und Spieler zusammen, und es ist herrlich und sensationell: Es musizieren noch heute Gr\u00fcndungsmitglieder im Orchester, die sich einen besonderen Applaus verdient haben.<br \/>\nWer kann sich heute noch das Leben um 1947 vorstellen? Zerst\u00f6rung und Wiederaufbau pr\u00e4gten das Bild, und die Freiheit und das Wiedererbl\u00fchen der Kultur war Balsam f\u00fcr die geschundenen Seelen. Zwei Beispiele seien als Hinweis und Erinnerung an diese Zeit des Wiederbeginns genannt: Walter Felsenstein gr\u00fcndet 1947 die Komische Oper und Arnold Sch\u00f6nberg schafft sein Werk, \u201eEin \u00dcberlebender aus Warschau\u201c f\u00fcr einen Sprecher, M\u00e4nnerchor und Orchester. W\u00fcrdigung der Opfer der Barbarei und ein Beitrag zur Aufarbeitung der Verbrechen. Und in Tegel treffen sich Musikfreunde zu gemeinsamen Probenabenden und erfreuen schon bald mit Musikabenden ein dankbares Publikum. \u00c4ltere Musikfreunde erinnern sich mit Freude an Konzerte im bzw. vor dem Humboldtschloss in Tegel. W\u00e4re das nicht eine Idee, einmal wieder dort zu spielen?<br \/>\nViele engagierte Mitglieder leisten in dieser Aufbauzeit Hervorragendes, zwei Pers\u00f6nlichkeiten will ich nennen: G\u00fcnter Schmidt, den Gr\u00fcnder und ersten Mentor und Eberhard T\u00fcrk, Spiritus Rektor von 1950 bis zu seinem pl\u00f6tzlichen Tod 1976.<br \/>\nDie St\u00e4rke des Orchesters ist der Gemeinschaftsgeist und die Bereitschaft zur gemeinsamen Verantwortung. Bewundernswert die Kontinuit\u00e4t und die Disziplin seit 7 Jahrzehnten. Die Kreativit\u00e4t und die Offenheit erh\u00e4lt das Orchester jung, die Alten sowieso, doch das Entscheidende: es kommen immer wieder junge Musiker hinzu, angesteckt von der Musizierfreude des Kreises, aber vor allen Dingen auch von der Qualit\u00e4t.<br \/>\nDas TZO, ich muss das K\u00fcrzel jetzt einmal verwenden, verf\u00fcgt heute \u00fcber ein reichhaltiges Repertoire. Klassik und Moderne treffen sich, und auch das heutige Programm spiegelt diese Vielfalt wider. Dietrich Erdmann, dessen Geburtstag sich im Juli dieses Jahres zum 100. Mal j\u00e4hrte, h\u00e4tte an diesem Konzert seine gro\u00dfe Freude gehabt. Umso mehr freut es mich, seine Witwe, Frau Erdmann, begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Liebe Frau Erdmann, ich finde es wunderbar, dass Sie den Besuch des Konzertes hier im Fontane Haus m\u00f6glich machen konnten. Seien Sie herzlich willkommen, lassen Sie und gemeinsam diesen Abend genie\u00dfen.<br \/>\nDie Vielfalt entsteht, weil Herausforderungen angenommen werden, der Abend reicht nicht, um \u00fcber die Ideen und die Reichhaltigkeit der verschiedenen Programme zu sprechen. Ob Literatur und Musik, die Jahreszeiten, musikalische Reisen durch Europa, es ist beeindruckend was das Orchester aufnimmt, interpretiert und zur konzertanten Auff\u00fchrung bringt. Dabei spielen nat\u00fcrlich die Dirigenten eine entscheidende Rolle und alle haben eine gute Arbeit geleistet, sodass die Nachfolger ein St\u00fcckchen darauf aufbauen konnten. Ein besonderer Gl\u00fccksfall steht heute am Pult: Symeon Ioannidis. Er hat die noch zu f\u00f6rdernden Potentiale entdeckt, den Schatz der Erfahrung flexibel gemacht, Mut zu Neuem entwickelt und das Orchester zu einem noch harmonischerem Klangk\u00f6rper gebracht. Erfolgserlebnisse sind Lohn der Arbeit. \u201eWir kommen von einem Orchesterwochenende auf dem Zahnfleisch laufend nach Hause, aber es ist sch\u00f6n.\u201c Das ist das Res\u00fcmee von Insidern.<br \/>\nAls aufmerksamer Beobachter von au\u00dfen kann ich nur sagen: Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine wunderbare Gemeinschaft, ein hervorragendes Orchester, ein Juwel der dezentralen Kulturarbeit. Wir werden heute Nachmittag von unserem Geburtstagkind mit einem wunderbaren Konzert beschenkt und in der Pause k\u00f6nnen CDs gekauft werden und das TZO hofft, dass wir ihm die n\u00e4chsten 30 Jahre die Treue halten. Da kann ich nur mit Adenauer sagen, als der Kardinal ihm zum 90. Geburtstag vom lieben Gott 100 Jahre erbat: \u201eEminenz warum wollen sie die Gnade des Herren so begrenzen?\u201c<br \/>\nAlso: Dank und Anerkennung f\u00fcr gro\u00dfartige 7 Jahrzehnte und f\u00fcr die unbegrenzte Zukunft spannendes erfolgreiches musisches Schaffen. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch Teg\u2019ler Zupforchester!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Detlef Dzembritzki<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Laudatio auf das Teg\u2019ler Zupforchester Liebes Teg\u2019ler Zupforchester mit ihrem Dirigenten Symeon Ioannidis, Liebe G\u00e4ste, meine sehr verehrten Damen und Herren! \u201e70 Jahre und kein bisschen leise\u201c ist das&#8230; <a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2017\/11\/19\/70-jahre-und-kein-bisschen-leise\/\">Read more &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=276"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions\/278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}