{"id":252,"date":"2017-10-14T14:10:26","date_gmt":"2017-10-14T12:10:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bdz-berlin.de\/?p=252"},"modified":"2017-10-14T15:15:04","modified_gmt":"2017-10-14T13:15:04","slug":"christian-baensch-mit-60-jahren-in-berlin-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2017\/10\/14\/christian-baensch-mit-60-jahren-in-berlin-verstorben\/","title":{"rendered":"Christian B\u00e4nsch mit 60 Jahren in Berlin verstorben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-253\" src=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto-240x180.jpg 240w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/B\u00e4nsch-Foto.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1956 in Berlin-Reinickendorf geboren, studierte er ab 1967 an der dortigen st\u00e4dtischen Musikschule Gitarre bei Else Goguel. Da ihm das Erlernen des Instrumentes leicht fiel und er au\u00dferdem flei\u00dfig \u00fcbte, machte er schnelle Fortschritte. Deshalb schickte ihn seine Lehrerin schon 1969 zum weiterf\u00fchrenden Unterricht zu Bruno Henze an die Musikschule Wedding, bei dem er bis 1976 auch die Grundlagen der Musiktheorie und Harmonielehre kennenlernte. So wurde er bestens vorbereitet auf sein Musikstudium an der Hochschule der K\u00fcnste Berlin. Die Aufnahmepr\u00fcfung war f\u00fcr ihn dort kein Problem \u2013 er war einer von nur zwei Studenten, die aus einer Vielzahl von Bewerbern aufgenommen wurden. Sein Studium (1981-1984 bei Carlo Domeniconi) schloss er erfolgreich ab. Dies war sein zweiter Studienabschluss, denn vorher hatte er bereits das Staatsexamen als Studienrat f\u00fcr Mathematik und Physik in der Tasche. In seinem Hauptberuf war er bis 2003 als Studienrat t\u00e4tig, danach als Schulrat und zuletzt als Oberschulrat, wo er die Leitung des Referats \u201eF\u00e4cher der Berliner Schule \u2013 Rahmenlehrpl\u00e4ne\u201c inne hatte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aber seine gro\u00dfe Liebe war immer die Musik. Er war jahrelang Mitglied in dem von Bruno Henze 1955 gegr\u00fcndeten Gitarrenchor (heute: Gitarrenensemble \u201eBruno Henze\u201c) und \u00fcbernahm 1983-2003 selbst die Leitung dieses Ensembles an der Musikschule Wedding, an der er 1974-2003 auch als Gitarrenlehrer t\u00e4tig war. 45 Konzerte hat er geleitet: H\u00f6hepunkte waren hier der Auftritt im Fontanehaus 1984, das gemeinsame Konzert mit dem Saz-Ensemble von Siddik Dogan 1986, die Rundfunkaufnahme beim Sender Freies Berlin 1988, das erste Konzert nach dem Mauerfall in der geschichtstr\u00e4chtigen Vers\u00f6hnungskirche (Bernauer Stra\u00dfe) am 12.05.1990, die Teilnahme am Deutschen Orchesterwettbewerb 1995 und last not least die viermalige Auff\u00fchrung des Brandenburgischen Konzertes Nr.3 (f\u00fcr Oktav-, Terz-, Prim- und Quintbassgitarren instrumentiert von Bruno Henze) von Joh. Seb. Bach sowie die zehnmalige Mitwirkung bei der Fr\u00fchst\u00fccksmusik in der Fabrik Osloer Stra\u00dfe (\u201eMusik auf sechs Saiten\u201c). Seine erfolgreichsten Gitarrensch\u00fcler sind Oliver Fartach-Naini, der viele CD\u2019s eingespielt hat und nun schon seit zw\u00f6lf Jahren Dozent an der Universit\u00e4t von Adelaide (Australien) ist, und Achim-Peter Gropius, der sich parallel an der HdK und an der Mittenwalder Instrumentenbauschule beworben hatte und sich f\u00fcr den Zupfinstrumentenbau entschied \u2013 er ist heute ein gefragter Gitarrenbauer (in Reutlingen).<\/p>\n<p>Ganz besonders zu w\u00fcrdigen sind die unz\u00e4hligen Konzerte, die Christian B\u00e4nsch gegeben hat \u2013 als Solist und mit verschiedenen Kammermusikpartnern.<\/p>\n<p>Einige Stationen:<\/p>\n<p>Wir erinnern uns mit Freude an 35 Jahre herrliche Solokonzerte mit Bach-Suiten\/Pr\u00e4ludium\/Fuge, Villa-Lobos-Et\u00fcden\/Pr\u00e4ludien, Sors Grand Solo oder Giulianis Sonata Eroica, Werke von Baron, Telemann, Kellner, H\u00e4ndel, Turina, Ponce, Saint-Sa\u00ebns, Ambrosius bis hin zu seinem Lieblingswerk von Bruno Henze (Spielmusik in d-Moll op. 161) und seinen Eigenkompositionen Tr\u00e4umerei\/Oktavenet\u00fcde\/Feierabend.<\/p>\n<p>In den 80er Jahren gab er viele Konzerte mit dem Countertenor Niels K\u00f6pcke (der 7 Monate vor Christian mit 67 Jahren verstarb) \u2013 darunter war eine Tournee durch Westdeutschland; mit einer spanischen S\u00e4ngerin erarbeitete er sich ein Riesenrepertoire; 1983-85 musizierte er mit Claudia Scheibner (Querfl\u00f6te).<\/p>\n<p>Herausragend war 1987 das D-Dur-Konzert von Vivaldi f\u00fcr Gitarre und Orgel (Michael Bernecker) in der idyllischen Kirche St. Peter und Paul in Nikolskoe oder 1988 das immer wieder neu zu entdeckende Konzert von Johann Sigismund Wei\u00df mit Peter-Michael Seifried an der Orgel oder der Auftritt 1993 im Jagdschloss Glienicke mit Lutz Thormann (Querfl\u00f6te).<\/p>\n<p>1989-1995 bildete er mit Ilia Karadjov (Querfl\u00f6te) das \u201eDuo \u00e0 travers\u201c, ab 1999 mit Artur Dan (Blockfl\u00f6te) das Duo \u201eDer Getreue Music-Meister\u201c; die letzten Jahre musizierte er mit Cornelia Gehlmann-Dinca (Querfl\u00f6te). Au\u00dferdem war er ma\u00dfgeblich beteiligt an den musikalischen Darbietungen im Diakoniezentrum Heiligensee (\u201eKlassik im Kultur-Caf\u00e9\u201c) \u2013 dort sang er 2002 auch die Partie des Evangelisten bei der Matth\u00e4uspassion von Johannes Georg K\u00fchnhausen. S\u00e4mtliche aufgef\u00fchrte Bearbeitungen hat er selbst arrangiert.<\/p>\n<p>Zudem war seine musikalische Bandbreite enorm: Nicht nur dass er Ende der 70er Jahre Mitglied der Berliner Folk-Formation \u201eNarnia\u201c war und sp\u00e4ter jahrelang als Tenor im Heinrich-Sch\u00fctz-Kreis Berlin wirkte \u2013 nein, auch in seinen Gitarrenkonzerten spielte er neben dem klassischen Programm immer einige St\u00fccke aus den Bereichen Musical (\u201eMy Fair Lady\u201c) oder Popmusik (u.a. \u201eChattanooga Choo Choo\u201c, \u201eClassical Gas\u201c, \u201eFly Me to the Moon\u201c, \u201eWhile my Guitar Gently Sleeps\u201c).<\/p>\n<p>Noch ein knappes Jahr vor seinem Tod hat er mit mir Kontakt wegen der Ver\u00f6ffentlichung seiner unz\u00e4hligen Bearbeitungen f\u00fcr Gitarre solo, Fl\u00f6te und Gitarre, Gesang und Gitarre \u2013 eine Aufgabe, die ich nun in den n\u00e4chsten Jahren angehen werde.<\/p>\n<p>Wir trauern um Christian B\u00e4nsch, der am 20.08.2016 nach schwerer Krankheit in Berlin verstarb und noch so viele Pl\u00e4ne hatte. Durch sein freundliches Wesen und sein Engagement f\u00fcr die Musik wird er uns in Erinnerung bleiben.<\/p>\n<p>Das Gitarrenensemble \u201eBruno Henze\u201c veranstaltete am 30.10.2016 in der Dorfkirche Alt-Tegel ein Gedenkkonzert f\u00fcr Christian B\u00e4nsch, das mit \u00fcber 350 Zuschauern sehr gut angenommen wurde: Mit drei Programmpunkten, die unter seiner \u00c4ra einstudiert wurden, und der von ihm arrangierten Zugabe \u201eRaindrops keep fallin\u2019 on my head\u201c wurde er geehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Rainer Stelle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1956 in Berlin-Reinickendorf geboren, studierte er ab 1967 an der dortigen st\u00e4dtischen Musikschule Gitarre bei Else Goguel. Da ihm das Erlernen des Instrumentes leicht fiel und er au\u00dferdem flei\u00dfig \u00fcbte,&#8230; <a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2017\/10\/14\/christian-baensch-mit-60-jahren-in-berlin-verstorben\/\">Read more &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=252"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":257,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions\/257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}