{"id":247,"date":"2017-10-14T15:05:08","date_gmt":"2017-10-14T13:05:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bdz-berlin.de\/?p=247"},"modified":"2017-10-14T15:05:08","modified_gmt":"2017-10-14T13:05:08","slug":"else-goguel-ein-leben-fuer-gesang-und-gitarre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2017\/10\/14\/else-goguel-ein-leben-fuer-gesang-und-gitarre\/","title":{"rendered":"Else Goguel: Ein Leben f\u00fcr Gesang und Gitarre"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Lebensgef\u00e4hrtin von Bruno Henze in Berlin verstorben<\/b><\/span><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-249\" src=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" srcset=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else-240x180.jpg 240w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Konzert-041014-Else.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Else Goguel wurde am 4. Oktober 1924 in Leipzig geboren. \u00dcber 50 Jahre war sie, von vielen Freunden auch liebevoll Elsi oder Gitarrenmutti genannt, als Gitarrenlehrerin in Berlin t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Else hat sich trotz mancherlei k\u00f6rperlicher Leiden ihr Temperament, ihre Lebensfreude und ihren Optimismus gewahrt. Ein wenig ist vielleicht aus Frankreich vererbt, denn Elses Vorfahren lebten im 18. Jahrhundert in Montb\u00e9liard (damals M\u00f6mpelgard, heute zur Region Franche-Comt\u00e9 geh\u00f6rig). Ihr Urahn wanderte vor knapp 300 Jahren nach Schlesien aus; ihr Vater wurde in der Gegend um Posen geboren, die Mutter in St. Blasien im Schwarzwald. Aufgrund des Berufes des Vaters musste die Familie nach Leipzig ziehen. Else war das j\u00fcngste von vier Kindern; die \u00e4lteste Schwester Erika (1914-36) starb fr\u00fch an Tuberkulose, ihr Bruder Hubertus (1915-2011) lebte in Kiel. Ihre mit ihr innig verbundene Schwester Ingeborg, die sie als Rentnerin von Leipzig nach Berlin holte, ist zu ihrem gro\u00dfen Leidwesen 2003 im Alter von 82 Jahren verstorben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Else Goguel entdeckte schon fr\u00fch ihre Liebe zum Gesang; jeden Samstag lauschte die Familie dem Motettensingen des Thomanerchors. Sie \u00fcbte mit ihrer Schwester im Duo und in dieser Formation hatten sie ihre ersten Auftritte. Nach dem Volksschulabschluss lie\u00df sich Else zur Kinderg\u00e4rtnerin ausbilden, arbeitete sich bis zur Kindergartenleiterein hoch und betreute \u2013 quer durch Deutschland \u2013 auch Kinder in Privathaushalten. 1948-52 erhielt sie in Leipzig-Leutzsch Gitarrenunterricht bei Margarete Buch (1914-2013), die eine Sch\u00fclerin von Walter G\u00f6tze war und mit ihm zusammen Duette im Mitteldeutschen Rundfunk spielte. Mit ihrer ersten Gitarrenlehrerin (genannt \u201eB\u00fcchlein\u201c) verband sie eine enge Freundschaft. Im selben Sender hatten sie als \u201eBuch-Terzett\u201c viele gemeinsame Auftritte; dritte im Bunde war ihre Schwester Ingeborg.<\/p>\n<p>Ab 1952 war Else im Staatlichen Volkskunstensemble (Oberleiter: Guido Masanetz) in Berlin-K\u00f6penick als Gitarristin angestellt. Alle Gitarristen wurden zu Bruno Henze, der die Volksinstrumentengruppe innerhalb des Ensembles leitete, nach Berlin-Charlottenburg zum Unterricht geschickt. So konnte sich zwischen ihm und Else nach und nach eine Zuneigung entwickelten, die sich als eine Verbindung f\u00fcr das ganze Leben erweisen sollte. Ein absoluter H\u00f6hepunkt in Elses Leben war die China-Tournee mit dem Volkskunstensemble (Dezember 1953 bis M\u00e4rz 1954). Nachdem Henze, der im Westsektor Berlins wohnte, schon nicht mit nach China durfte, wurde Else die Mitwirkung in diesem Ensemble durch die politisch gepr\u00e4gte Atmosph\u00e4re verleidet, so dass sie bald nach der China-Tournee ausschied.<\/p>\n<p>Nun fasste sie den schweren Entschluss, von Berlin-Ost nach Berlin-West zu wechseln: 1955 begann Else ihre Lehrt\u00e4tigkeit an der Volksmusikschule Reinickendorf, der sie bis 2002 treu blieb; zus\u00e4tzlich wirkte sie 1959-94 an der Weddinger Musikschule. An diesen Institutionen konnte sie ihr Talent, gut mit Kindern umzugehen zu k\u00f6nnen, anwenden. So gelang es ihr mit viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, einen fundamentierten Gitarrenunterricht zu geben, bei dem die Sch\u00fcler stets Freude hatten. Ihr bester Sch\u00fcler war Christian B\u00e4nsch (1956-2016), der regelm\u00e4\u00dfig Solokonzerte gab und 1983-2003 als Dirigent des Gitarrenchores wirkte. Des weiteren sind Rolf Kaiser, Karl-Heinz Lengner, Sylvia und Hilmar Schl\u00e4ger, Achim-Peter Gropius, Heike Preu\u00df sowie Simon H\u00fcgly hervorzuheben.<\/p>\n<p>In den 50er Jahren war Else Goguel auch als S\u00e4ngerin solistisch t\u00e4tig, unternahm von Bruno auf der Gitarre begleitet Tourneen durch Deutschland. Und nat\u00fcrlich war Else von der ersten Stunde an als Stimmf\u00fchrerin der 1. Gitarre im Gitarrenchor dabei (bis 2004).<\/p>\n<p>In der Freizeit hielten sich Else und Bruno gern auf dem Wasser auf, zuerst mit Segelboot, sp\u00e4ter mit Paddelboot, reisten nach Norwegen und oft auf die schwedische Insel Gotland.<br \/>\nElse pflegt ihre Freundschaften auf bewundernswerte Weise \u2013 die unz\u00e4hligen ausf\u00fchrlichen Briefe, die sie geschrieben hat, kann keiner z\u00e4hlen. Und als leidenschaftliche Autofahrerin holte sie Freunde oft zu Ausfl\u00fcgen ab.<\/p>\n<p>Die vielen Sch\u00fcler \u2013 noch bis 2007 unterrichtete sie privat \u2013 haben sie stets jung gehalten.<br \/>\n2016 wurde es ruhig um Else: Sie war k\u00f6rperlich und geistig geschw\u00e4cht durch mehrere St\u00fcrze, konnte sich nicht mehr aufraffen zum Schreiben und telefonierte nur noch mit einer Handvoll enger Freunde. Sie blieb \u2013 bis auf die letzten zwei Monate im Pflegeheim \u2013 immer in ihrer geliebten Wohnung. Am 5. Juli 2017 ist sie friedlich eingeschlafen.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Mitglieder des Gitarrenchores, der weiterhin unter dem Namen Gitarrenensemble \u201eBruno Henze\u201c regelm\u00e4\u00dfig Konzerte gibt, haben bei der Trauerfeier musiziert; viele Sch\u00fcler gaben ihr die letzte Ehre. Und am 19.11.2017 veranstaltet das Ensemble ein Gedenkkonzert f\u00fcr Else Goguel (Dorfkirche Alt-Tegel, 17:00 Uhr).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Rainer Stelle<\/p>\n<p>Postskriptum:<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Anliegen von Else ist verst\u00e4ndlicherweise, das Schaffen ihres Lebensgef\u00e4hrten Bruno Henze (1900-1978) in Ehren zu halten. Das Volumen des Nachlasses an gedruckten und handschriftlichen Noten ist riesengro\u00df. Wer beispielsweise noch die alten \u2013 teilweise vergriffenen \u2013 Leipziger Ausgaben des 17-b\u00e4ndigen Lehrwerks \u201eDas Gitarrespiel\u201c oder Gitarren-\/Zupfmusikwerke von Ambrosius oder Schubert u.a. des Hofmeister-Verlages sucht, kann sich gern an den Rechtsnachfolger wenden: Rainer Stelle (Windsorer Str. 11, 13349 Berlin, Telefon 030 456 40 84).<\/p>\n<p>Alle aktuellen Ausgaben von Bruno Henze inklusive zweier CD\u2019s k\u00f6nnen beim Joachim-Trekel-Musikverlag bestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lebensgef\u00e4hrtin von Bruno Henze in Berlin verstorben Else Goguel wurde am 4. 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