{"id":119,"date":"2015-11-07T13:00:55","date_gmt":"2015-11-07T12:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bdz-berlin.de\/?p=119"},"modified":"2016-04-16T13:31:55","modified_gmt":"2016-04-16T11:31:55","slug":"flammendes-konzert-des-tegler-zupforchesters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2015\/11\/07\/flammendes-konzert-des-tegler-zupforchesters\/","title":{"rendered":"\u201eFlammendes\u201c Konzert des Teg\u2019ler Zupforchesters"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Motto \u201eFlammender Herbst\u201c hat das Teg\u2019ler Zupforchester (TZO) sein diesj\u00e4hriges Programm zu einem eindrucksvollen Strau\u00df vielfarbiger und kurzweiliger St\u00fccke zusammengebunden, wie selbst ein \u201eIndian Summer\u201c das ausverkaufte Haus nicht h\u00e4tte mehr erfreuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bereits seit 2013 leitet Symeon Ioannidis das TZO und hat ihm aufgrund seiner professionellen Arbeit weitere M\u00f6glichkeiten einer kultivierten und facettenreichen Spielweise erschlossen. <!--more-->Dies zeigte sich diesmal besonders deutlich im disziplinierten Zusammenspiel, der dynamischen Gestaltung und der versierten Bew\u00e4ltigung vor allem der modernen Literatur, deren Schwerpunkte etwa im Bereich \u201eNeue Musik\u201c des 20. Jahrhunderts lagen. So ergaben sich Assoziationen etwa an Hindemith oder Bart\u00f3k mit z.B. den Vermeidungen von Terzen, Sexten und Septimen im Zusammenklang \u2013 nicht eben vertraut f\u00fcr unge\u00fcbte H\u00f6rgewohnheiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_122\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-122\" class=\"wp-image-122\" src=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015-726x1024.jpg\" alt=\"Konzertflyer \u201eFlammender Herbst\u201c\" width=\"360\" height=\"507\" srcset=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015-726x1024.jpg 726w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015-213x300.jpg 213w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015-768x1083.jpg 768w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015-624x880.jpg 624w, https:\/\/www.bdz-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/TZO-Konzert-2015.jpg 1240w\" sizes=\"(max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-122\" class=\"wp-caption-text\">Konzertflyer \u201eFlammender Herbst\u201c<\/p><\/div>\n<p>Hierbei ist zun\u00e4chst das <em>Divertissement contraire<\/em> von Hans Boll als einer dieser H\u00f6hepunkte zu nennen, in dem das Orchester zu einer mitrei\u00dfenden Steigerung bef\u00e4higt wurde. Das <em>Konzert-Divertimento<\/em> f\u00fcr Cello und Zupforchester von Kurt Schwaen \u2013 eines seiner Sp\u00e4twerke \u2013 wurde in bestechender Weise und mit gro\u00dfem Temperament vom kubanischen Cellisten Douglas Vistel interpretiert. Das Orchester konnte dabei als ein w\u00fcrdiger Begleiter des Solisten \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Als Namensgeber des Abends fungierte das Konzert f\u00fcr Mandola und Zupforchester <em>Fiamme<\/em> von Herbert Baumann. Dies galt gleichsam auch als musikalischer Gru\u00df zu dessen 90. Geburtstag. Daniel Huschert \u2013 selbst Mitglied des TZO \u2013 spielte den Solopart mit au\u00dferordentlicher Pr\u00e4zision und toller musikalischer Pr\u00e4senz.<\/p>\n<p>Lange nicht mehr im Konzertsaal zu h\u00f6ren war die <em>Finlandia<\/em>-Suite von Hermann Ambrosius, eine aus Erinnerungen und Eindr\u00fccken gespeiste klangsch\u00f6ne und originelle Komposition. Mit Schwung und \u00fcberraschender Frische zeigten sich auch drei <em>Griechische T\u00e4nze<\/em> von Nikos Skalkotas in einer Bearbeitung von Symeon Ioannidis als Referenz an sein Heimatland.<br \/>\nNeben Daniel Huschert gl\u00e4nzten noch zwei weitere \u201eEigengew\u00e4chse\u201c des TZO in Solopartien: Eveline Tonke konnte mit ihrer Interpretation des <em>Mandolinenkonzerts C-Dur<\/em> von Antonio Vivaldi auf der Barock-Mandoline einen sehr gef\u00fchlvollen und besonders in den Verzierungen des zweiten Satzes zarten Beitrag leisten. Als drittes Orchestermitglied im Bunde wurde Eckhard Seidel auf dem selten gewordenen vierreihigen Xylophon mit der <em>T\u00e4nzerin von Sevilla<\/em> von Carl Grunow vom Publikum mit besonders gro\u00dfem Beifall bedacht.<\/p>\n<p>Zu erw\u00e4hnen sei noch, dass die f\u00fcr Zupforchester bearbeitete <em>Sinfonie G-Dur<\/em> von Christoph Willibald Gluck ein gelungener Auftakt f\u00fcr das \u00fcberaus lebendige Programm war.<\/p>\n<p>Es ist \u00fcberhaupt hervorzuheben, da\u00df das TZO nicht nur als reines Vereinsorchester ohne professionelle Verst\u00e4rkung zu einer beachtlichen Leistungssteigerung seit seinem Dirigentenwechsel gelangen konnte. Das Orchester kann auch die unterschiedlichsten Solisten aus den eigenen Reihen aufbieten, die bereits seit langer Zeit die Programmgestaltung des Orchesters wohltuend beleben.<\/p>\n<p>So bemerkenswert die zeitgen\u00f6ssischeren St\u00fccke in ihrem technischen Anspruch und der musikalischen Gestaltung durch das TZO waren, so war doch aus den Reaktionen des insgesamt begeisterten Publikums abzuleiten, dass ein ausgewogeneres Programm mit etwas mehr Literatur f\u00fcr die \u201eGalerie\u201c einen guten Kompromiss zwischen den Generationen und unterschiedlichen H\u00f6rgewohnheiten bilden k\u00f6nnte. Dem Orchester sei die Auseinandersetzung mit schwierigeren Kompositionen und der damit einhergehenden Qualit\u00e4tssteigerung geg\u00f6nnt \u2013 geg\u00f6nnt sei aber auch dem Publikum, sich ab und an im Parkett zur\u00fccklegen und anstrengungsfrei genie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Orchester hat seit seiner Gr\u00fcndung im Jahre 1947 durch G\u00fcnther Schmidt eine Struktur bewahrt, die es auch heute noch erm\u00f6glicht, immer wieder neue musikalische Kr\u00e4fte zu binden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Prof. Arnold Reusch (UDK Berlin)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Motto \u201eFlammender Herbst\u201c hat das Teg\u2019ler Zupforchester (TZO) sein diesj\u00e4hriges Programm zu einem eindrucksvollen Strau\u00df vielfarbiger und kurzweiliger St\u00fccke zusammengebunden, wie selbst ein \u201eIndian Summer\u201c das ausverkaufte Haus&#8230; <a href=\"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/2015\/11\/07\/flammendes-konzert-des-tegler-zupforchesters\/\">Read more &raquo;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,13],"tags":[20,16,15],"class_list":["post-119","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konzert","category-rezension","tag-fontanehaus","tag-symeon-ioannidis","tag-tzo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119\/revisions\/129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bdz-berlin.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}